Der reichste Mann

Das Bergmannsgeschlecht SIEGEL zählte im 16./17. Jahrhundert neben den Familien UNGER und SCHÖNFELDER zu den bedeutendsten und reichsten Familien in Eibenstock (Erzgebirge). Aus ihr gingen u. a. Freihöfer, Zehntner, Richter, Bürgermeister, Zinnseifner und Bergbau-Magnaten hervor. Sie nahmen einflussreiche Positionen im Bergbau von Eibenstock und Platten (Böhmen) ein. Die SIEGEL waren auch die größten Grundbesitzer zu dieser Zeit in Eibenstock.
 
Mein Ahnenurgroßvater (XV. Generation, KEKULÉ-Nr. 37140), Lorenz SIEGEL, * um 1483, † 22.11.1556, war Zehntner, Bergmeister, Bergwerks- und Freihofbesitzer in Eibenstock. Von 15321557 war er der erste SIEGEL-Freihöfer in Eibenstock. Am 28.02.1532 wurde er von den Herren TETTAU auf Schwarzenberg mit dem mittleren Freihof in Eibenstock belehnt. Auf dem Freihof befand sich seit 1532 die zweitälteste Mühle von Eibenstock -die Gotteshausmühle am Dorfbach- in seinem Besitz, die möglicherweise auch von ihm erbaut wurde.
 
 
Abb.: Die hier genannten Hans (~ um 1510 in Eibenstock, † 06.01.1594 oder März 1596) und Melchior SIEGEL (* 13.02.1515 in Eibenstock, † 21.05.1588 in Eibenstock) waren zwei Söhne von mindestens sieben Kindern des Lorenz SIEGEL.
 
 
 
Er war Richter in Eibenstock von 15151531, Bergmeister von 1527-1537 und Zehntner in Eibenstock von 1540-1557.  Lorenz SIEGEL wirkte einige Zeit als Bergvogt in Platten und war am dortigen Bergwerk und einigen Plattener Zinnschmelzen beteiligt. Er war Teilhaber an den Eibenstocker Zinnseifen aus dem Erbe seines Vaters, ab 1539 Bergmeister und Zehntner in Gottesgab. Er war lt. Türkensteuerregister von 1531 der reichste Mann in Eibenstock, sein Vermögen wurde auf 100 gute Schock geschätzt. Er zahlte dafür  jährlich 3 alte Schock an Steuern. Er hatte 2 Mägde und einen eigenen Schreiber namens KNODT, da er selbst des Schreibens und Lesens unkundig war. Mit Unterbrechungen war er von 1515-1531 Richter, von 1527-1537 Bergmeister und von 1540-1557 Zehntner in Eibenstock, 1511 ist er als Gerichtsschöppe  nachgewiesen. 1545 ist er der Wortführer und  Leiter der EibenstockerZinnseifner im Streit mit der Blechhandelsgesellschaft um vorgestreckte 3000 fl. (Der ZentnerZinn wird mit 10 fl. angegeben).
 

(Quelle: Ute GÖRNER, Aue)